Baden-Württemberg Eyaleti Gençlik Daireleri Başlanlarıyla Toplantı /Treffen mit den Jugendamtsleitern Baden-Württemberg

M. Türker ARI 12.02.2014
Sehr geehrter Herr Kaiser,
verehrte Damen und Herren,

vielen herzlichen Dank für die Einladung. Ich bin geehrt und freue mich, heute zu Ihnen sprechen zu dürfen. In meiner Rede möchte ich gerne auf folgende Punkte eingehen:
Erstens: Unsere Sicht auf die türkische Gemeinde in Deutschland und Baden-Württemberg.
Zweitens: Das Engagement des türkischen Generalkonsulats Stuttgart. Dieses überschneidet sich auch mit den Verantwortungsbereichen Ihrer Häuser und wir haben schon mit einigen Jugendämtern zusammengearbeitet.
Drittens: Möglichkeiten einer Zusammenarbeit in der Zukunft.
Meine Damen und Herren,

in Baden-Württemberg leben rund 650.000 Türkinnen und Türken. Die türkischen Einwanderer der Esten Generation kamen in den 1960 Jahren nach Deutschland. Sie wollten arbeiten, Geld sparen und dann wieder in die Türkei zurückgehen. Mit den Jahren änderten sich jedoch ihre Pläne. Die Türkei änderte sich und Deutschland änderte sich. Das ist eine natürliche Entwicklung, die sicher jeder von uns nachvollziehen kann. Auch wir haben im Laufe unseres Lebens Entscheidungen getroffen, die unter dem Einfluss einer bestimmten Lebenssituation standen.

Die erste Einwanderergeneration arbeitete hart. Ihr Leben war die Familie, die Erinnerung an die Heimat und die Zukunft in der Heimat. Einer Bildung in Deutschland wurde oft kein besonderer Stellenwert beigemessen. Doch ihre Kinder - die zweite Generation - wuchs bereits gebildeter auf. Dadurch wurden auch Schwierigkeiten in der Integration größtenteils überwunden. Immer wieder treffe ich Menschen der zweiten Generation, die gutes Deutsch und gutes Türkisch sprechen. Auch bei meinen Treffen mit den Bürgermeistern stellen wir immer wieder fest, dass die zweite und dritte Generation Türkinnen und Türken ein aktiver Teil der Gemeinden ist. In Deutschland gibt es heute rund 80.000 türkischstämmige Unternehmer. Sie beschäftigen etwa 370.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erwirtschaften einen Jahresumsatz von ca. 40 Mrd. €.

In diesem Zusammenhang möchte ich betonen: Die türkische Gemeinde in Deutschland ist ein Teil des Türkischen Volkes. Denn das türkische Volk lebt nicht nur auf dem Gebiet der Türkei. Auch in unseren Nachbarstaaten leben türkische Familien, haben viele Verwandte und Bekannte. Dies ist der Grund, weswegen wir uns auch in Deutschland immer für die Belange der Türkinnen und Türken einsetzen und nach einer guten Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden streben.

Wir wollen nah bei den Menschen sein. Wir bemühen und stets, mit der türkischen Gemeinde zusammenzukommen, für ihre Probleme und Anliegen ein offenes Ohr zu haben und gemeinsame Lösungen zu finden. Wir sehen, dass es wichtige Komponenten gibt, die für die Entwicklung eines Menschen essentiell sind.

Zu diesen Komponenten zählen sicher auch die vielen sozialen Themen, die auch Teil Ihrer täglichen Arbeit sind. Soziale Fragen gibt es in jeder Gesellschaft. Soziale Fragen sind Teil des Lebens jedes Menschen. Zur Lösung sozialer Fragen ist eine gute Zusammenarbeit unterschiedlichster Partner notwendig. Und es ist meist besser, Lösungswege zu erarbeiten, bevor sich Schwierigkeiten auswachsen. Maßnahmen, die bereits im Vorfeld eingeleitet werden, beugen einer Verschlechterung der Situation häufig vor. Darüber sind sie oft preisgünstiger und effektiver. Da ich nun schon seit rund drei ein halb Jahren in Stuttgart lebe weiß ich, dass Wirtschaftlichkeit und Effektivität im schwäbischen Kulturkreis immer von großer Bedeutung sind.

Unser Ziel ist es immer, Probleme auf institutioneller Ebene zu lösen. Ein Beispiel ist unsere Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg oder der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit Baden-Württemberg. Diesen beiden Zusammenarbeiten liegen gemeinsame Absichtserklärungen zugrunde. Gemeinsam haben wir bereits viele Informationsveranstaltungen zu den Themen Bildung im baden-württembergischen Schulsystem und Berufliche Ausbildung durchgeführt.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch Ihnen gerne anbieten, unsere guten und engen Beziehungen mit den Vertreterinnen und Vertretern der türkischen Gemeinde in Württemberg zu nutzen und diese mit den örtlichen Behörden zusammen zu bringen. Eine solche Zusammenarbeit wäre sicher eine „Win-Win“ Situation für alle Beteiligten. Wir sind stets bemüht, verlässliche Netzwerke zwischen der türkischen Gemeinde und deutschen Behörden aufzubauen. Wir wollen, dass die türkische Gemeinde noch besser über alle Möglichkeiten, die Ihnen von deutscher Seite geboten sind, informiert ist. In diesem Sinner würde ich mich sehr freuen, wenn wir auch mit Ihnen, dem Landesjugendamt Baden-Württemberg, eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen könnten - Analog zu unseren Erklärungen mit dem Kultusministerium und der Agentur für Arbeit. Auf diese Weise könnten wir auch unsere Zusammenarbeit institutionalisieren und die türkische Gemeinde noch besser über die Arbeit und die Aktivitäten der baden-württembergischen Jugendämter informieren. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie Ihre Erfahrung als Fachleute mit uns und der türkischen Gemeinde teilten.

Jetzt möchte ich gerne über das Thema „Pflegefamilie“ sprechen. Es wird in der türkischen Gemeinde besonders sensibel wahrgenommen. Dies lässt sich zum einen auf Unwissenheit und zum anderen auf persönliche Erfahrungen, die oftmals auf familiäre Dramen zurückgehen, zurückführen. Ich weiß, dass stets die Entscheidung eines Gerichts vorliegen muss, damit Kinder aus der eigenen Familie genommen und in einer Pflegefamilie untergebracht werden können. Einige dieser Fälle sind uns auch bekannt. Wie wissen aber auch, dass sich die Entscheidungen der zuständigen Familiengerichte auf Berichte stützen, die von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendämter erstellt werden. Natürlich handelt es sich bei diesen Mitarbeitern um Fachkräfte. Und natürlich ist es stets ihr Ziel, die Kinder zu schützen und den Familien die Möglichkeit zu geben, ihre Probleme zu lösen. Jeder, der selbst Kinder hat weiß was es bedeutet, Vater oder Mutter zu sein und kann sich sicher vorstellen, welche Traumata sowohl bei Eltern, als auch Kindern ausgelöst werden, wenn diese aus der Familie gerissen werden. Solche Fälle sehen wir in unserem Generalkonsulat fast jeden Tag.

Meine Damen und Herren,

ich denke, dass an dieser Stelle auch wir im Generalkonsulat angehalten sind, diesen Menschen zu helfen, eine Lösung zu finden. Dies können wir jedoch nur tun, wenn wir auch Kenntnis von einer solchen Notlagen erhalten. Gemeinsam mit den türkischen Familien könnten wir dann eine, der türkischen Kultur entsprechende, Lösung erarbeiten. Darüber hinaus ist es auch denkbar, die türkische Gemeinde vor Ort einzubeziehen. Viele Vertreterinnen und Vertreter der türkischen Gemeinde kennen die Gegebenheiten vor Ort und können auch in sozialen Fragen beratend zu Seite stehen und sich um andere Familien kümmern. Ich denke, dass diese Strukturen genutzt werden sollten und dass es so auch möglich ist zu helfen, bevor sich Probleme auswachsen.

Ich möchte daher noch einmal an Sie appellieren, uns beizeiten zu informieren. Es ist auch eine internationale rechtliche Verantwortung, die zuständigen Generalkonsulate zu informieren, wenn sich ihre Staatsbürger in einer schwierigen Lage befinden und Hilfe benötigen.
Darüber hinaus ist es auch wichtig, die türkische Gemeinde zu informieren und aufzuklären. Wir wünschen uns, dass sich mehr türkische Familien entscheiden, Pflegefamilie zu werden. Bei unseren Treffen mit der türkischen Gemeinde betonen wir immer, wie wichtig soziale Verantwortung und ehrenamtliches Engagement ist. Das Thema „Pflegefamilie“ gehört mit dazu.

Um Pflegefamilie zu werden, muss man einen Prozess durchlaufen und einen Kurs besuchen. Das wissen wir. Es ist ein zeitlich aufwendiges Verfahren, das allen Bewerbern auch ein gewisses Maß an persönlichem Einsatz abverlangt. Daher möchten wir die türkische Gemeinde gerne aufklären und ermuntern. Denn letztendlich ist es wichtig, dass sich für jedes Kind die passende Pflegefamilie findet. Dass das Kind auch in der Pflegefamilie seine eigene Kultur leben und seine eigene Muttersprache weiterhin sprechen kann. Dies steht – wenn ich mich nicht täusche – auch in Ihren Richtlinien.

Meine Damen und Herren,

In der Kürze lautete meine Botschaft: Wir wollen gerne mit Ihnen zusammenarbeiten. Wir haben bereits Erfahrungen in institutioneller Zusammenarbeit mit anderen baden-württembergischen Behörden und Institutionen und würden uns sehr freuen, auch Sie als Partner gewinnen zu können. Wir könnten eine solche Zusammenarbeit mit einer gemeinsamen Erklärung beginnen und im Folgenden dann gemeinsame Informationsveranstaltungen durchführen. Unser Generalkonsulat steht einer Zusammenarbeit mit Ihnen immer offen gegenüber. Wir sind ein verlässlicher Partner.

Abschließend möchte ich mich noch einmal sehr herzlich für die Einladung zur heutigen Veranstaltung bedanken und Ihnen viel Erfolg und alles Gute wünschen.

Ich freue mich, Sie bald auch in Stuttgart bei einem Empfang wieder zu sehen.

Vielen Dank.

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