Rede zum Fastenbrechen von DITIB

M. Türker ARI 15.07.2013
Sehr geehrte Frau Ministerin Öney,
sehr geehrte Gäste,

in der vergangenen Woche habe ich bei Veranstaltungen zum Fastenbrechen in der Regel darüber gesprochen, dass der Monat Ramadan ein Monat der Brüderlichkeit und des Friedens ist und wir die Einheit unserer Gemeinden bewahren müssen.

Ab dem heutigen Fastenbrechen von DİTİB möchte ich in meinen Reden zum Fastenbrechen nun immer auch kurz auf berühmte islamische Philosophen eingehen. Ich beginne heute mit Farabi.

Farabi lebte in den Jahren 870-950 und zählt zu den Mitbegründern einer islamischen Philosophie.

In der Geschichte der Philosophie des Mittelalters wird er “Al Farabius” oder “Aven Nasar” genannt. Sein eigentlicher Name aber war "Ebu Nasr Muhammed Ibn Uzlug Tarhan".

Er gilt - nach Aristoteles - als “Zweiter Lehrer” oder „Muallimi Sani“.

In der Weltgeschichte der Philosophie geht die besondere Stellung Farabi’s auf seine Arbeiten in den Bereichen Logik, Metaphysik und Politikphilosophie zurück. Farabi war dafür bekannt, dass er die klassische Politikphilosophie mit dem Islam in Einklang brachte.

In der Metaphysik folgte er Aristoteles und trennte diese in drei Bereiche:

(a) Theologie: Alles Leben verdankt sein Dasein dem “vollkommenen Wesen”.

(b) Ontologie: beschäftigt sich mit dem Sein von Wesen.
(c) Disziplin: behandelt grundsätzliche Prinzipien und erforscht gemeinsame Grundsätze.

Farabi ist nicht nur ein islamischer Philosoph, sondern auch ein Experte für Astrologie. Zur ontologischen Einstufung der Wesen untersuchte er die Bewegungen der Himmelskörper.

Im Rahmen der Entwicklung seiner Thesen untersuchte er die vier Elemente Erde, Luft, Wasser und Feuer. Und er untersuchte die gegensätzlichen Eigenschaften dieser Elemente wie Kälte und Wärme, Trockenheit und Feuchtigkeit.

Um nicht allzu viel Zeit in Anspruch zu nehmen, möchte ich nun noch kurz auf die Ansichten Farabis’ in Bezug auf das Glück eingehen. Farabi argumentierte, dass sich die Menschen durch den ihnen von Gott gegebenen Verstand von allen anderen lebenden Wesen auf der Welt unterscheiden.

Der Mensch wurde geschaffen, um durch seinen Verstand das Glück, die höchste Form der Vollendung, zu erreichen. Das endgültige und erhabene Ziel jedes Menschen ist es, glücklich zu sein. Das Glück ist nicht Mittel, sondern Ziel. Das Mittel zum Glück ist der Verstand.
Sehr geehrte Gäste,

die islamische Philosophie entwickelte sich an einem Zentrum, an dem sich geographisch gesehen Griechenland, Byzanz und Asien, kulturell gesehen die Philosophien des Ostens und des Westens schneiden.

Neben dem Altgriechischen liegt die zweite große Quelle der islamischen Philosophie in Indien, dem Iran, Mesopotamien und Ägypten. Aus diesem Grund ist die islamische Philosophie sehr reich.

Ich denke, dass es an diesem gesegneten Ramadantag wichtig ist, sich an die großen Philosophen der islamischen Religion zu erinnern. Und auch unsere Kinder sollten – sofern sie alt genug sind - an die Philosophie herangeführt werden.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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