Rede beim 5. Fest der Begegnungen, „Christen und Muslime feiern gemeinsam“

M. Türker ARI 16.06.2013
Sehr geehrter Herr Hemmerich,
sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete des Bezirksbeirats,
sehr geehrte Frau Wilhelm,
sehr geehrter Herr Metzler,
sehr geehrter Herr Ipek,
meine Damen und Herren,

herzlichen Dank für die Einladung zur heutigen Veranstaltung, die ich gerne angenommen habe.

das 21. Jahrhundert ist eine globale Welt.

Durch wirtschaftliche Entwicklungen sind die Menschen mit ihren eigenen Werten in Stuttgart oder Konya - der Stadt, in der der große Philosoph Mevlana begraben ist – eng miteinander verbunden. In allen Teilen der Welt sind Menschen über Email, Skype, Facebook und Twitter miteinander verbunden. Politische Entwicklungen werden noch am selben Tag, ja oft sogar im selben Augenblick tausende Kilometer entfernt wahrgenommen und mit Anteilnahme verfolgt.

Das ist eine große Mobilität.

Die Erfindung des ersten Motors ermöglichte eine bislang ungeahnte, physische Mobilität. Doch mit der Erfindung des Internets kam die „intellektuelle und interkulturelle Mobilität“. Vielleicht ist es eine natürliche Folge, dass dadurch demokratische Entwicklungen gefördert, und bürgerschaftliche Teilhabe erhöht werden. Wir alle wissen, dass sich die Philosophie auch über einen regen Austausch zwischen Denkerinnen und Denkern in den unterschiedlichsten Teilen unserer Welt vollzog.

Noch vor der Erfindung des ersten Motors standen Menschen und gleichgesinnte Staaten miteinander in Beziehung und Austausch. Es ist kein Zufall, dass der erste Botschafter des Osmanischen Reiches bereits im Jahre 1763 nach Berlin entsandt wurde. Dank dieser Mobilität brachten wir unsere Kultur und unsere Werte nach Europa und nahmen viele der europäischen Werte wieder mit in unser Land.

Als Beispiel darf ich die Allianz der Zivilisationen nennen. Diese wurde am 21. September 2004 von meinem Land ins Leben gerufen, um über verschiedene Gesellschaften und Kulturen hinweg gemeinsame Handlungsansätze zu verschmelzen und kulturelle, religiöse und soziale Barrieren zu überwinden. Es war der erste internationale Ansatz zu zeigen, dass unterschiedliche Kulturen friedlich nebeneinander existieren können und dabei ihre eigenen Werte bewahren.

Eine friedliche Globalisierung kann nur gelingen, wenn sich die Menschen auf Gemeinsamkeiten besinnen. Religion kann Gemeinsamkeiten schaffen und Menschen sogar dazu bewegen, sich für das Wohl anderer einzusetzen. Gemeinsamkeiten der großen Weltreligionen sind der Glaube an einen Gott als Schöpfer der Welt. Wir alle glauben daran, dass wir sowohl im privaten, als auch gesellschaftlichen Bereich für unser Handeln einstehen müssen. Unsere Religionen beschreiben eine Lebensweise und Lebenskultur, die auf Toleranz, Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe und vielen anderen humanen Werten basieren.

Aus diesem Grund ist der Dialog der Religionen von so großer Bedeutung und wir sollten uns sowohl international, als auch in unserem unmittelbaren Umfeld für Austausch und Verständigung einsetzten.

Ein Beispiel erfolgreicher menschlicher Mobilität ist der vor zwei Jahren – im Jahr 2011 – gefeierte 50. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens. Heute spielt die türkische Gemeinde in Deutschland eine zentrale Rolle in den türkisch-deutschen, bilateralen Beziehungen. Es gab viele Veranstaltungen, die alle sehr deutlich machten: Das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion ist eine Gemeinschaftsleistung.

Sie gelingt umso besser, je aktiver eine Bürgergesellschaft ist und je ausgeprägter der Wunsch, Neuankömmlinge willkommen zu heißen und allen Menschen eine gleichberechtigte Chance zu gewähren.

Seit nunmehr 5 Jahren wird in Plieningen und Birkach das Fest der Begegnungen gefeiert. Es bringt Menschen zusammen und fördert ein gutes und gedeihliches Miteinander aller Bürgerinnen und Bürger. Ich bin sicher, dass dieses Engagement weit über ein gemeinsames Sommerfest hinaus - auch im alltäglichen Leben der Menschen spürbar ist.

Ich persönlich wünsche mir, dass wir unsere eigenen Erfahrungen noch stärker in einen gemeinsamen Dialog einbringen.
Es geht darum, eigene Traditionen und Werte zu bewahren und dabei offen und respektvoll aufeinander zuzugehen. Ich glaube, dass dies kein Widerspruch ist. Ich weiß aber auch, dass es manchmal schwierig sein kann. Denn jeder Dialog hat auch Grenzen. Manche Grenzen können leicht und durch überzeugende Argumente überwunden werden. Andere Grenzen erscheinen uns starr. Daher sollten alle Seiten aufeinander zugehen.

Wir wollen, dass alle Türkinnen und Türken in Baden-Württemberg glücklich sind. Wir wollen, dass sie zum Gemeinwesen beitragen und die türkische Kultur und ihre religiösen Werte als Bereicherung einer vielfältigen Gesellschaft verstanden werden.

Meine Damen und Herren,

in diesem Sinne möchte ich meine Rede mit einem Dank beenden. Ich danke den Organisatoren und allen Mitwirkenden des diesjährigen Festes der Begegnungen. Ich wünsche der Veranstaltung einen guten Verlauf und allen Besuchern noch viele schöne gemeinsame Stunden und interessante Begegnungen.

Vielen Dank.

Pazartesi - Cuma

08:30 - 17:00

Konsolosluk İşlemleri: 08.30-14.00
25.12.2018 Dini Tatil-1. Noel günü
26.12.2018 Dini Tatil-2. Noel günü
1.1.2019 Yılbaşı Tatili
19.4.2019 Dini Tatil- Paskalya Arifesi
22.4.2019 Dini Tatil- Paskalya
1.5.2019 İşçi Bayramı
30.5.2019 Dini Tatil-Hz. İsa'nın Göğe Yükselişi
4.6.2019 Ramazan Bayramı 1. günü
10.6.2019 Dini Tatil-Küçük Paskalya
20.6.2019 Dini Tatil - Yortu Bayramı
3.10.2019 Doğu ve Batı Almanya'nın Birleşmesi
29.10.2019 Cumhuriyet Bayramı
1.11.2019 Dini Tatil
25.12.2019 Dini Tatil-1. Noel Günü
26.12.2019 Dini Tatil-2. Noel Günü