Stuttgart Büyükşehir Belediye Başkanı Dr. Schuster için düzenlenen Veda Resepsiyonu / Verabschiedung Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster

M. Türker ARI 13.12.2012
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Schuster,
sehr geehrte Frau Dr. Schuster,
meine Damen und Herren,

es ist mir eine große Ehre, Sie - Herrn und Frau Dr. Schuster - in unserer Residenz willkommen zu heißen und persönlich zu verabschieden.

Seit 15 Jahren sind Sie Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart und es ist sicher nicht möglich, ihr gesamtes berufliches Wirken in einer kurzen Rede zu würdigen. Für uns und die türkische Gemeinde Württembergs steht mit Sicherheit jedoch Ihr Beitrag zu einem friedlichen Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion im Vordergrund. Sie erkannten früh, dass unsere Gesellschaften immer heterogener werden. Und Sie erkannten, dass die Grundlage weiterer Entwicklung und gesellschaftlichen Wohlergehens allein ein konstruktiver Umgang mit dieser wachsenden Vielfalt ist. Diesen Gedanken ließen Sie in Ihre Politik einfließen und erwirkten so eine Öffnung der städtischen Angebote und eine aktive Förderung der Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund. Heute wurden bereits rund ein Drittel aller Stuttgarterinnen und Stuttgarter im Ausland geboren und rund 40 Prozent aller Stuttgarter Kinder wachsen in einem interkulturellen, familiären Umfeld auf. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die gleichberechtigte Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger Stuttgarts in Zukunft nur über eine gelungene Förderung unserer Kinder zu sichern ist. Daher müssen allen Kindern gute schulische und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten geboten werden, damit sie ihr Leben aktiv und in Einklang mit ihrem Umfeld gestalten können.

Meine Damen und Herren,

wie viele baden-württembergische Unternehmen hat auch die Landeshauptstadt Stuttgart bereits vor langem erkannt, dass Vielfalt eine Stärke ist. Menschen aus anderen Kulturkreisen können den Blickwinkel und die Handlungskompetenz einer Gesellschaft erweitern, wenn sie teilhaben und eingebunden sind. Sie - Herr Dr. Schuster - haben stets für Dialog geworben und die Kultur des Miteinanders in dieser Stadt geprägt. Sie haben die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den türkischen Vereinen gefördert und es gibt unzählige Projekte, zu deren Gelingen Sie maßgeblich beigetragen haben. Beispielsweise die Gründung des Deutsch-Türkischen Forums oder die Förderung des Hauses 49. Ich bin überzeugt, dass dieses Engagement viele Potentiale entwickelt und Solidarität gestiftet hat. Nicht zuletzt aufgrund dieser Haltung gegenüber dem bürgerschaftlichem Engagement türkischer Bürgerinnen und Bürger ist das soziale türkische Netzwerk in Stuttgart heute so stark entwickelt und ausgeprägt.

Herr Dr. Schuster,

ich weiß sehr zu schätzen, dass Sie sich nie allein auf Lokalpolitik beschränkt haben. Mit Ihrem ausgeprägten Engagement in unterschiedlichsten internationalen Organisationen und Netzwerken setzten Sie sich für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Völkerverständigung ein. Sie sind ein überzeugter Europäer und warben stets auch für den EU-Beitritt meines Landes. An dieser Stelle darf ich an Ihr Wirken im „Rat der Weisen zur Zukunft Europas“ und bei der Erarbeitung des Berichtes vom 8. Mai 2010 erinnern. Ich weiß, dass Sie den EU-Beitritt meines Landes auch in diesem Gremium befürwortet haben und bin glücklich, Fürsprecher wie Sie an unserer Seite zu wissen.

Meine Damen und Herren, Herr Dr. Schuster,

als ich im September 2010 nach Stuttgart kam, fiel es mir nicht schwer, mich in dieser Stadt einzuleben. Dies lag nicht zuletzt an Ihrer offenen Haltung zur Zusammenarbeit. So gaben wir im vergangenen Jahr anlässlich des 50. Jahrestages des Deutsch-Türkischen Anwerbeabkommens einen gemeinsamen Empfang im Stuttgarter Rathaus. Gemeinsam brachten wir unsere Wertschätzung für die Lebensleistung vieler Türkinnen und Türken zum Ausdruck, die über die vergangenen Jahrzehnte wesentlich zum wirtschaftlichen Wachstum und gesellschaftlichen Leben Stuttgarts beigetragen haben. Am 21. September 2011 gaben wir einen gemeinsamen Empfang zu Ehren des Präsidenten der Türkei, S.E. Herrn Abdullah Gül. Ich darf betonen, dass der Stuttgart-Besuch unseres Präsidenten nicht zuletzt auch dank Ihrer Unterstützung und der guten Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Rathaus zu einem Erfolg wurde. Zudem veröffentlichten Sie das Buch "Mitten in Deutschland", das in Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister von Istanbul ins Türkische übersetzt wurde (“Almanya'nin ortasinda“). Für dieses Engagement und Ihre Verdienste um die türkische Gemeinde Stuttgarts möchte ich Ihnen auch im Namen meiner Landsleute herzlichen Dank aussprechen. Ich bin sicher, dass sich diese Zusammenarbeit auch in Zukunft fortsetzt, im Besonderen auch im Hinblick auf die Gründung des Stuttgart - Istanbul Science and Technology Centre.

Ich persönlich darf Ihnen für Ihr Vertrauen und die vielen guten Gespräche danken und hoffe, dass wir auch in Zukunft in Kontakt bleiben. Sicher werden Sie sich auch weiterhin für das Allgemeinwohl und die internationale Verständigung einsetzen.

Herr Dr. Schuster, auf diesem Weg wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Als kleines Zeichen unserer Anerkennung möchte ich Ihnen nun eine Plakette überreichen.

Sehr geehrter Herr Dr. Schuster, ich übergebe Ihnen das Wort.

Herzlichen Dank.

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